Auf der CD “The Acoustic Orchestrations” ist Scriabins virtuose 5. Klaviersonate zu hören, die Glenn Gould 1970 aufgenommen hat – und zwar zum ersten Mal in der vollständigen “orchestrierten” Form – die Gould ursprünglich beabsichtigt hatte, aber zu seinen Lebzeiten nie realisieren konnte. Restauriert und realisiert wurde das Werk vom Gould-Schüler Paul Théberge, der sagt: “Die 5. Sonate war das erste und ehrgeizigste von Goulds Mehrspur-Experimenten: zahlreiche Mikrofone waren im ganzen Studio verteilt und wurden auf 8-Spur-Band aufgenommen. Gould wollte für die Endmischung – einem Filmregisseur vergleichbar – ein Klangbild aus Nahaufnahmen, Totalen und Überblendungen kreieren.” Das Resultat ist bei Scriabin wie bei den Sibelius-Klavierstücken überraschend, subtil und dramatisch: die Abmischung verleiht der Musik einen wahrhaft “orchestralen” Charakter.
Eine Bonus-DVD gibt Hintergrundinformationen zu Goulds Vorstellungen von Mehrspur-Aufnahmeverfahren.